Unterhaltungselektronik: Neuentwicklung Produktportfolio
Ausgangslage | Ein Hersteller hochwertiger HiFi-Komponenten befindet sich in einer schwierigen Lage. Bislang hat sich das Unternehmen vornehmlich über die Gestaltung der Produkte sowie die Hochwertigkeit des Vertriebs (exklusive Schauräume) vom Wettbewerb differenziert und konnte auf dieser Basis ein erhebliches Preispremium durchsetzen. In den letzten Monaten verstärkt sich in dramatischer Weise der bereits schleichend begonnene Umsatzverlust. Der Grund liegt in der schnellen Entwicklung im Home-Entertainment-Bereich (Internet-Anbindung, Musik-Digitalisierung, usw.), die von dem Unternehmen als nicht relevant für die eigene Zielgruppe eingestuft wurde. Nun zeigt sich allerdings, dass die Kunden zu anderen Herstellern abwandern. Diese bieten neben einem gutem Design insbesondere auch die digitalen Funktionalitäten, die inzwischen möglich sind: iPod-Integration, Online-Anbindung an Streaming-Dienste, Steuerung über WLAN anstatt Infrarot, usw. Zur Rückgewinnung früherer Marktanteile bzw. Absatzvolumina muss das Unternehmen in absehbarer Zeit radikal neue Produkte auf den Markt bringen, welche den Markenkern „gutes Design“ jedoch beibehalten.
Gemeinsames Vorgehen | Gemeinsam mit dem Kunden bearbeitet eine Beraterin von mm1 Consulting & Management die Problemstellung. Ein Team aus Marketing-, F&E, Produktions- und Vertriebs-Mitarbeitern entwickelt die funktionalen und nichtfunktionalen Vorgaben für eine komplett neue Produktlinie. Dabei setzt die mm1-Beraterin zwei scheinbar gegensätzliche Entwicklungsphilosophien ein. Sie verbindet nutzerorientiertes, hoch kreatives „Design Thinking“ mit „Management Thinking“, d.h. mit Ansätzen des klassischen Innovationsmanagements. Im Ergebnis entsteht das Konzept einer vollkommen neuen Produktlinie, das nicht nur präzise beschrieben, sondern anhand von Prototypen für die Entscheider im Unternehmen auch erlebbar ist. Das Konzept richtet sich konsequent an den Bedürfnissen der Nutzer aus. Die Nutzererfahrung wird beispielsweise in vier Komponenten – physisch, psychisch, sozial und nachhaltig - zerlegt und für jede einzelne Komponente optimiert. Gleichzeitig ist das Konzept von Beginn an als Produktplattform auf der Basis von möglichst standardisierten Komponenten aufgebaut. So sind hohe Gleichteilequoten, schnelle Einführung von Folgeprodukten und gute Teileverfügbarkeit sichergestellt. Die Vorgaben für die neue Produktlinie werden als Leitsätze für die weitere Produktentwicklung formuliert, das Unternehmen in der F&E neu ausgerichtet. Bereits ein Jahr nach der Neuausrichtung können neue und aufmerksamkeitsstarke Produkte an den Markt gebracht werden, die die Wettbewerbsfähigkeit nicht nur wiederherstellen, sondern zudem echte und für den Kunden nützliche und sichtbare Innovationen bieten.